Viele Rinderhalter führen die Klauenpflege bei ihrer Herde selbst durch. Was auch oft gut gelingt. Und doch hat man dann ein paar Tiere bei denen  man schon ein ungutes Gefühl hat, wenn sie wieder zur Pflege anstehen.

Fühlen Sie sich bei den folgenden Punkten angesprochen?!

  • Ein Sohlengeschwür das nicht heilt, eine Fehlstellung bei der man nicht weiß wie man diese korrigieren soll. Usw. Es treten einfach immer wieder Unsicherheiten auf. Die letzte Klauenpflege Schulung ist eigentlich doch schon etwas länger her...

  • Auch ist man mit dem Zutrieb der Tiere zum Klauenpflegestand nicht ganz zufrieden. Es ist so mühselig die Kühe in den Stand zu bringen.

Dann sollten Sie sich die folgende Frage stellen:

 

Warum nicht einen geschulten Klauenpfleger zu mir auf den Hof holen, der mir etwas unter die Arme greift?

Dies könnte dann so ablaufen:

  1. Zuerst werden ein paar unauffällige Tiere gemacht. Um Ihre Schnittführung zu überprüfen.

  2. Dann auffällige Tiere. Und dabei gibt es genug Zeit um über die Behandlung eines jeden Defekts ausführlich zu beraten.

  3. Erfahrungen austauschen, neue Behandlungsmethoden kennen lernen.

  4. Besprechung über die richtige Platzierung des Klauenpflegestandes. Wie schaffe ich es am Einfachsten, die Kuh in den Klauenpflegestand zu bekommen?

Am Ende einer solchen Beratung auf ihrem Betreieb, mit ihren Kühen, auf ihrem Stand, mit ihren Problemen, sollten sie sich mit mehr Sicherheit und Freude, an die nächste Klauenpflege wagen.

Was kostet so eine Klauenpflege Beratung:

  • Rechnen sie mit 1 € je km Anfahrt.

  • Mit 60 € je Stunde (mindestens 2 Stunden)

  • Materialkosten nach Aufwand

 

Ist doch schön zu wissen, dass man es richtig macht!

Sendet uns einfach eine Nachricht und gerne geben wir genauere Infos bekannt bzw. arrangieren einen Termin mit euch.

Eigenbestands Klauenpfleger (sein/werden)

Neben Unfruchtbarkeit und Eutererkrankungen stellen Klauenerkrankungen, mit fast 10 %, die dritt-häufigste Abgangsursache bei Rindern dar. Fast 80% der Klauenerkrankungen sind an den Hinterextremitäten zu finden, der Großteil an den Außenklauen.

 

Die Kühe in unserem Laufställen sind jeden Tag auf ihre funktionierenden Gliedmaßen angewiesen: Sie müssen zu ihrem Futter gehen, müssen zu den Tränkebecken gehen, müssen zum Kraftfutterautomaten gehen, zum Melken müssen sie gehen …

Darum ist es von so großer Wichtigkeit, dass unsere Tiere dies mit nicht schmerzenden Gliedmaßen tun und so ihre Leistung erfüllen können. Wenn Kühe unter Klauenerkrankungen leiden fressen und trinken sie weniger, die Milchleistung geht zurück und zu guter Letzt kommt es zu wirtschaftlichen Einbußen.

Genau deswegen sollte die funktionelle Klauenpflege vorbeugend durchgeführt werden!

Warum Klauenpflege?

 

Anatomie einer Klaue

Was ist funktionelle Klauenpflege?

 

Mit der funktionellen Klauenpflege sollen korrekte Gliedmaßenstellungen und eine gleichmäßige Druckverteilung auf alle 8 Klauen erreicht werden. Hierbei wird besonderer Wert auf eine Entlastung der hinteren Außenklauen gelegt, indem man versucht auch die meist kleinere und weniger druckbelastete Innenklaue zu fordern. 

Es wird versucht die Klaue wieder "In Funktion" zu bringen!

 

Es wird nach dem “5-Punkte-Schema” gearbeitet:

  1. Die Maßklaue (hinten die Innenklaue, vorne die Außenklaue) wird

    1. abgelängt, (75 mm, ACHTUNG bei Braunvieh 80 mm)

    2. die Sohlendicke eingestellt (1 mm / 100 kg Körpergewicht) und

    3. darauf geachtet, dass sie Trachtenhöhe möglichst hoch bleibt. (Ca. 40-45 mm)

  2. Nun wird die zweite Klaue der Maßklaue angepasst, WENN MÖGLICH!

  3. Das Modell / die Hohlkehlung wird geschnitten.

  4. Die schmerzhafte defekte Klaue wird keilförmig entlastet, WENN NÖTIG!

  5. Defekte werden fertig geschnitten und loses Horn entfernt.

Lahmheitsbeurteilung

 

Um zu erkennen ob ein Tier lahmt, ist es wichtig zu wissen worauf man schauen muss. Zuerst beachtet man den Rücken der Kuh im Stehen und in Gehen. Wenn dieser eine Krümmung aufweist ist dies bereits ein Hinweis, dass die Kuh Schmerzen im Fundament hat.

In der unten angeführten Abbildung, sind die verschiedenen Stufen der Lahmheiten aufgelistet: (Lahmheitsbeurteilung nach Sprecher)

 

Die wichtigsten Klauenerkrankungen, kurz zusammengefasst:

Dermatitis Digitalis (DD)

auch bekannt unter dem Namen Mortellaro oder “Erdbeerkrankheit”.

Hierbei handelt es sich um einen oft schmerzhaften Defekt der Haut im Ballenbereich, am Kronsaum oder im Zwischenklauenbereich, der ansteckend ist. Besonders schmerzhaft sind Erstinfektionen.

Tiere, die diese Krankheit haben sind recht einfach zu erkennen am Trippeln während sie stehen, z.B. beim Melken oder am Fressgitter. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist der typische faulige, käsige Geruch.

DD ist eine multifaktorielle Erkrankung, damit sie entsteht müssen also mehrere Faktoren aufeinander treffen. Solche Faktoren sind zum Beispiel die Stallhygiene (Sauberkeit der Lauf- und Liegeflächen), Kontakt der Haut mit Feuchtigkeit (Kot, Harn…) oder zu niedrige Trachtenhöhen der Klauen, wodurch der Kontakt der Haut mit Feuchtigkeit erhöht wird. Ein begünstigender Faktor kann auch  Ballenhornfäule sein, da die Haut bereits vorgeschädigt ist und es so für die DD-Bakterien ein leichtes ist sich auch “einzunisten”.

Vermehrt tritt diese Erkrankung auch auf wenn das Immunsystem der Tiere geschwächt ist, z.B. nach dem Abkalben, bei einer Ketose, bei Stress, bei Überbelegung des Stalls , wenn sie zu einer neuen Herde kommt (Rangordnungskämpfe) …

 

Mittlerweile weiß man auch, dass es genetisch bedingte Typen gibt:

  1. Diese Tiere haben es nie.

  2. Diese Tiere haben es meist nur einmal und es ist wenig schmerzhaft.

  3. Diese Tiere haben es oft und es kommt immer wieder.

 

Erscheinungsbild/Aussehen:

Oberflächlich ist die Wunde meist gerötet, scharfkantig abgegrenzt und nicht behaart, um die Wunde herum findet man allerdings oft lange Haare.. Wenn es sich um eine chronische Form handelt bildet sich eine schwarze warzenartige Zubildung.

Zwischenklauenphlegmone (ZP)

Erscheinungsbild/Aussehen:

Dies ist eine stark schmerzhafte Schwellung des Unterfußes, die oft mit einer plötzlich auftretenden Lahmheit der Tiere verbunden ist. Solche Erkrankungen müssen möglichst schnell behandelt werden, da sie rasch in die Tiefe wandern und es zum Befall tieferer Strukturen (Gelenke, Knochen, Sehnen) kommen kann.

 

Ursachen:

Damit eine ZP entstehen kann muss der Zwischenzehenspalt zuerst vorgeschädigt bzw. verletzt werden (durch Steine, Holzsplitter z.B.) und danach haben so genannte Nekrosebakterien die Möglichkeit in die offene Wunde einzudringen. Einen Einfluss haben auch der Weidezustand (Nassstellen), die Stallhygiene, Jahreszeit, Wetter usw.

 

Behandlung:

Hier ist unbedingt und schnellstmöglich ein Tierarzt hinzuzuziehen. Der Klauenpfleger kann nur soweit helfen, dass er funktionelle Klauenpflege durchführt und die Hohlkehlung, vor allem im Zwischenklauenbereich, gründlich schneidet, so dass dieser Bereich nicht weiter gereizt wird.

Ballenhornfäule (BF)

Erscheinungsbild/Aussehen:

Erkennt man daran, dass der Ballenbereich durch Fäulnisbakterien und das Kot-Harngemisch zersetzt und aufgelöst wurde. Bei ausgeprägteren Formen kommt es zur Bildung von V-Furchen im Bereich des Weichballens.

 

Ursachen:

Diese Erkrankung hängt stark mit der Stallhygiene zusammen, deswegen ist es bei der Behandlung besonders wichtig, diese mit einzubeziehen und eventuelle begünstigende Faktoren zu beseitigen.

Behandlung:

Die fachgerechte Klauenpflege wird durchgeführt. Das heißt die Rillen, die sich im Ballenbereich gebildet haben, werden säuberlich ausgeschnitten und so glatte Übergänge geschaffen. Auch sollte bei der Klauenpflege beachtet werden, dass der Trachtenbereich nicht nieder geschliffen wird, sondern dass man die Trachtenhöhe möglichst hoch belässt. Denn nur so schafft man es diesen Bereich aus der Feuchtigkeit zu bringen.

Wichtig ist es wie bereits oben erwähnt begünstigende Faktoren zu beseitigen.

Sohlenblutung (SB)

Erscheinungsbild/Aussehen:

Kann entweder eine stellenweise oder eine flächenhafte, gelbliche bis rote, Verfärbung des Sohlenhornes sein.

 

Ursachen:

Die stellenweise Färbung tritt meist an der typischen Stelle unter dem Beugeknorren auf und hat ihre Ursache in einer Überbelastung der Klaue oder sie kann durch eine traumatische Einwirkung von außen (z. B. Ausrutschen) entstehen. Die flächenhafte Färbung kommt von einer Einblutung in die Sohle und ist meist durch Fütterungsfehler oder durch eine Klauenrehe bedingt.

 

Behandlung:

Meist sind solche SB nicht schmerzhaft, dann wird fachgerechte Klauenpflege durchgeführt und die Hohlkehlung wird aufs Größtmögliche erweitert um so Entlastung für die betroffene Stelle zu schaffen.

Wenn es sich aber um eine SB handelt die ihren Ursprung in einem Fütterungsfehler oder ähnlichem hat, muss man diesem unbedingt auf den Grund gehen und ihn beseitigen.

Limax/Tylom (LI)

Erscheinungsbild/Aussehen:

​Ist eine Bindegewebszubildung im Zwischenklauenbereich, die durch Reizung der Haut entsteht. Sie kann unterschiedlich groß sein und je nach Größe mit einer Lahmheit in Verbindung stehen oder nicht.

 

Ursachen:

Kann erblich bedingt sein (Spreizklauenbildung), durch eine Reizung des Zwischenklauenspaltes oder durch falsche Klauenpflege entstehen.

 

Behandlung:

Erfolgt je nach Größe der Limax. Kleine Zubildungen, die nicht reiben und mit keiner Lahmheit verbunden sind, werden nicht weiter beachtet und bleiben bestehen. Größere, die mit einer Schwellung verbunden sind, sollten vom Tierarzt chirurgisch behandelt werden.

Man könnte auch mit Säurepasten arbeiten und die Limax Stück für Stück zu verätzen. Man muss sich aber im Klaren darüber sein, dass die Möglichkeit besteht, dass die Limax wieder auftritt.

Sohlengeschwür (SG)

Erscheinungsbild/Aussehen:

Es handelt sich um einen Defekt des Sohlenhorns, bei dem freiliegende, entzündete Lederhaut sichtbar ist, das oft sogenannte "Schwammerl". Meist entsteht dies an der typischen Stellen (unter dem Beugeknorren, dort wo die Hohlkehlung geschnitten wird) und wird dann als "Rusterholzsches Sohlengeschwür" bezeichnet. Es kann aber auch am Ballen oder an der Sohlenspitze auftreten.

 

Ursachen:

Es ist die Folge einer Überbelastung der Klauen und tritt meist an den hinteren Extremitäten, an den Außenklauen, auf. Durch die Quetschung der Lederhaut kommt es zu keiner Hornbildung mehr und die Folge daraus ist, dass sich die Lederhaut frei liegt und sich in weiterer Folge nach außen wölbt.

 

Behandlung:

Das SG wird ausgeschnitten und freigelegt. Wichtig ist es die Lederhaut möglichst nicht zu beschädigen und das reibende Horn zu entfernen. Hier unbedingt darauf achten, dass die betroffene Klaue entlastet wird, wenn nötig durch einen Klotz. Bei SG die bereits mit einer Schwellung verbunden sind und in die Tiefe gehen, einen Tierarzt hinzuziehen.

Vorbeugend sollten gleiche Belastungsverhältnisse zwischen den beiden Klauenhälften geschaffen werden, so dass es zu keiner Überbelastung von nur einer Klaue kommen kann.

Doppelte Sohle (DS)

Erscheinungsbild/Aussehen:

Damit sind Hohlräume, die sich im Bereich des Sohlenhorns bilden, gemeint.  Dieser Hohlraum kann leer oder mit Schmutz, teilweise sogar mit Eiter, gefüllt sein. Auch die Größe der DS kann stark variieren. Unter der DS hat sich meist schon eine neue Hornschicht gebildet, die bereits unterschiedlich fest bzw. noch eher nachgiebig sein kann.

Oft sind DS mit einem Wanddefekt verbunden.

 

Ursachen:

Sie entstehen infolge einer Störung bei der Hornbildung. Diese wird unterbrochen und deshalb entsteht dieser Hohlraum.

 

Behandlung:

Der Hohlraum wird soweit freigelegt, bis wieder ein Verbund der Schichten besteht. Wenn es sich um eine DS handelt, die mit einer Lahmheit einhergeht oder bei der die untere Hornschicht noch nicht fest genug ist um tragen zu können, dann unbedingt Entlastung schaffen.

Wanddefet (WD)

Erscheinungsbild/Aussehen:

Hierbei liegt eine Zusammenhangstrennung im Bereich der Weißen Linie vor. Solche WD können unterschiedlich groß ausgeprägt sein.

 

Ursachen:

Die Weiße Linie ist der Bereich, indem das Sohlenhorn auf das Wandhorn trifft. Genau an dieser Stelle hat das Horn eine verminderte Qualität und daher können Sand, Steine usw. auch viel leichter eindringen. Vermehrt tritt dies bei Tieren mit Klauenrehe auf, da die Weiße Linie hier oft stark verbreitert ist.

 

Behandlung:

WD werden großflächig ausgeschnitten bis das Horn wieder rein weiß ist und keine Verfärbungen mehr sichtbar sind. Kleinere WD sind meist mit keiner Lahmheit verbunden und können bei der Klauenpflege gut behandelt werden. Größere Wanddefekte, bei denen die Lederhaut auch betroffen sein kann, sind auch oft mit einer Lahmheit verbunden, da dadurch Schmerzen entstehen. Hier ist es besonders wichtig Entlastung zu schaffen und falls nötig ist ein Tierarzt hinzuzuziehen.

Klauenrehe (RE)

Erscheinungsbild/Aussehen:

Es gibt verschiedene Formen der RE.

  1. Die akute Form: An der Klaue ist noch keine Veränderung sichtbar. Die Tiere fressen weniger und haben einen eigenartigen Gang (da ihre Klauen schmerzen). Diese Form der Klauenrehe bleibt meist unerkannt. Aus dieser Form kann sich aber auch eine chronische Rehe entwickeln.

  2. Die Form der Klauenrehe, die bereits durch die gewölbte Torsalwand sichtbar ist, wird als chronische Klauenrehe bezeichnet. Weitere Merkmale sind die Reheringe an der Torsalwand, die sich durch Wachstumsschübe gebildet haben, Sohlenblutungen und eine verbreiterte Weiße Linie.

 

Ursachen:

Sie ist die Folge einer Stoffwechsel- oder Durchblutungsstörung die verschiedenste Ursachen (z.B. Fütterungsfehler, Mastitis, Ketose, Stallmanagement, Genetik...) haben kann. Durch Giftstoffe, die Gefäßverengungen und Blutarmut in der Klauenlederhaut verursachen, wird diese mit zu wenig Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Es kommt zu einer gestörten Hornproduktion und das Klauenbein hat keinen richtigen Halt mehr in der Hornkapsel. Dadurch kann es auch absinken oder sich drehen. Diese Bewegung kann nicht mehr rückgängig gemacht werden und deshalb wächst die Torsalwand nicht mehr gerade, sondern beginnt sich zu wölben.

 

Behandlung:

Tiere die solch eine Klauenrehe haben, haben auch einen größeren Pflegebedarf, da es durch die Erkrankung auch häufiger zu Sohlenblutungen und in weiterer Folge zu -geschwüren etc. kommen kann. Hier ist es besonders wichtig etwaige Faktoren, die zu dieser Erkrankung führen können, zu beseitigen.

Please reload

Franz Gsöls

Hall 390

8911 Admont
Österreich
UID Nr.: AT U66271508

Telefon: +436764612127

Gerichtsstand Leoben

Bankverbindung:

IBAN: AT48 3834 6000 0301 4065

BIC: RZSTAT2G346